Dienstag, 7. Januar 2014

Same same - but different: Phang Nga Bucht und Khao Sok National Park

Statt eineinhalb Stunden Fahrt von Phuket aus,  brauche ich drei: Fehlinfo - falsches Busterminal - 'drop' am Straßenrand statt an der Busstation - machen's möglich: Ziemlich müde werde ich nach längerer Wartezeit schließlich von netten Leuten mitgenommen und um 21.30 Uhr am 'Phang Nga Inn' - Hotel abgesetzt.
Dieses erweist sich als zu teuer und so lande ich zum 'Specialprice' für 350 statt 400 Baht im 'Taweeksuk'-Hotel. Die ganze Familie ist auf Draht - der 10jährige verbeugt sich mit 'Welcome' und reicht mir die Zimmerschlüssel - der Papa verspricht mir eine 'Private' Bootstour zum James-Bond-Felsen und auch Mutter Ann und Tochter lerne ich am nächsten Tag noch kennen:

Morgens um 8.00 h gibt es 'included' Kaffee und 'Sticky rice mit Jackfruit-Streifen' - sehr lecker - dann starten wir in kleiner Sechser-Gruppe zum Pier, wo wir in drei Kayaks zunächst durch die Mangroven gepaddelt werden. Es ist wundervoll still - wir sind die einzigen unterwegs - die Landschaft ist malerisch: 



 





Dichte Mangrovenwälder, steile Kalksandsteinfelsen, die 'Tam Lot-Höhle', die Durchfahrt gewährt ... - nach einer knappen Stunde steigen wir auf ein kleines Longtailboot um und düsen durch endlose Felsmassive bis zu einem muslimischen Fischerdorf.












'Usually', sagt Ann, die als Volunteer-Englischlehrerin an der Schule ihres Sohnes tätig ist, 'usually we go first to James-Bond-Rock, but to avoid the crowd, we do it today the other way round'. Wie schön - denke ich - dabei habe ich außer unserem noch gar keine Boote gesehen.
Das Muslimdorf 'has changed a lot' gibt Ann zu. Sie war zuletzt vor 15 Jahren hier; damals gab es kaum Verkaufsstände. Heute reiht sich entlang des Haupsteges ein Souvenirshop an den anderen - aber wir sind beim Schlendern alleine. Erst als wir gehen kommen zwei Boote an.



Die Landschaft auf der Weiterfahrt wird immer beeindruckender. An einer Stelle sehen wir große Schiffe aus Krabi und Phuket ankern - ein Schwarm Kayaks paddelt dort um die Felsen. Als wir den James Bond Felsen erreichen, muss ich schmunzeln: Es ist genau wie  im Louvre - Hunderte toller Gemälde; aber der Zuschauerpulk sammelt sich vor dem winzigen  Gemälde der 'Mona Lisa ' ...

Handlicher Fels
 

Frau hätte den Felsen vom Wasser aus fast übersehen, so klein ist er neben den anderen Riesen - aber geht frau an Land, wo plötzlich zehn, zwölf Boote liegen, hat frau den bekannten Postkartenshoot: Also anstellen fürs Foto, bitte ! Das ganze macht hier trotzdem Spaß, denn anschließend gehen wir noch ein bisschen schwimmen und fahren ja wieder in die einsame Phang Nga Bucht durch den Mangrovenwald.


Ohne Mittagessen, als Halbtagestour deklariert und doppelt so teuer, wie die 4-Island-Tour in Krabi, war es dennoch eine ehrliche und lohnende Unternehmung, bei der ich mehr Natur genießen konnte ; )
Nach einem Mittagessen gegen 14.00 h in Phang Nga will ich eigentlich mit dem Fahrrad los, aber die sind gerade schon verliehen - also bummele ich ein bisschen zu Fuß und verschiebe den Höhlentempel auf den nächsten Tag.



Aber die Zeit eilt mal wieder im Sauseschritt - es ist schon  der 4.1. 14 - nur noch drei Tage Aufenthaltserlaubnis hier: Obwohl ich eigentlich noch bleiben möchte, um den größten Höhlentempel der Region zu sehen - allerdings 500 Baht Eintritt ! - rät mir der Herr des Hauses zur frühen Abreise im Minibus, da ich sonst im Nationalpark zu wenig Zeit hätte.
Rückblickend muss ich ihm Recht geben ... - aber SEIN Interesse bestand wohl eher darin, seinen 'Specialprice' fürs Zimmer wieder reinzuholen, denn er knöpft mir 350 Baht für das Minibusticket ab - ich ahne, dass es zu viel ist und zahle trotzdem. Leute mit längerer Strecke  aus Krabi kommend berichten mir später, dass sie für 250 Baht gefahren sind ; )
Tja, so ist das auf Reisen: Geben und Nehmen ... - aber nett und 'hilfsbereit' waren sie ja  ; )

Geschäftstüchtig im Taweesok-Hotel
Die Minibusfahrt ist allerdings horrorhaft: Halbleer gestartet, sammelt der Fahrer auf Handyanruf mehrmals Thai mit Großgepäck am Straßenrand auf, was natürlich Zeit kostet. Außerdem fährt er in Schleife die Küste entlang, anstatt den kürzeren Weg durchs Innland zu nehmen.








Um die Zeit wieder einzuholen, rast er wie ein Verrückter mit irren Überholmanövern dahin - doppelt durchgezogene Linie in bergigem kurvigem Gelände stört ihn dabei nicht. Ich sitze rechts und schaue dem Gegenverkehr oftmals direkt ins Auge.
Gegen 12.00 h erreichen wir endlich unbeschadet den Khao Sok National Park - und der 'Zimmerrun' beginnt. Nach drei 'full' - Absagen, bleibe ich im 'Morning Mist' hängen, zahle; aber das Bett ist grässlich und dafür zu teuer.

'Bamboo-House'

Kaum um die Ecke gegangen und ohne Gepäck entspannter, naht die Rettung. Ich treffe Robert, 29 J. aus Ingolstadt, der ganz hinten im Bus saß und eine Hütte im 'Bamboo-House' gefunden hat.  Spontan lasse ich mir das Geld zurückgeben und teile mir die Hütte mit ihm.
Nach Umzug und Mittagessen ist es schon 15.00 h - der Eintritt in den Park ist dennoch 200 Baht.


 

Die Wanderung selbst ist eher unspektakulär, aber wir sehen Affen, hören schrille laute Vogel- und Zikadengeräusche und baden im Evakostüm im Fluss - den erhofften Wasserfall sehen wir nicht, denn um 17.00 h kehren wir um, um nicht in die Dunkelheit zu kommen.







Abends wieder essen, plaudern und ein Bier - ich buche einen Tagestrip zum Seengebiet mit Höhlenbegehung am nächsten Tag und dann ist der Tag auch schon wieder vorbei.


Nach kühler Nacht ist es morgens dunstig; aber nach einem prima Müsli mit frischen Früchten klart es langsam auf. Nach 60 Minuten Busfahrt werden die Teilnehmer per Longtailboot transportiert. Der riesige See, den wir überqueren, ist ein Stausee, der vor 30 Jahren entstand, als der Damm gebaut wurde. Viele Menschen mussten umgesiedelt werden. Die steilen Karstfelsen, die hier aus dem Wasser ragen, haben keine grottenartige Unterspülung, weil die angehobene Wasserfläche alles verschluckt hat. Selbst heute ragen noch abgestorbene Baumriesen aus der Wasseroberfläche hervor.



Als wir - zu zwölft - gegen 11.00 h ein Stelzen-Hüttendorf erreichen, fahren wir weiter, um auch hier nicht mit anderen Gruppen zu kollidieren.


Kurz darauf steigen wir an Land und gehen durch dichten Dschungel einen schmalen Pfad entlang immer mal durchs Flussbett watend, daran entlang und über Steine und Wurzeln steigend. Nach einer Stunde lassen wir Taschen und Kleidung im Wald zurück und laufen nur in Bikini und mit Stirnlampe ausgestattet weiter bis wir am Einstieg zur Höhle sind.
Ein zunächst breiter Eingang wird immer schmaler und verengt sich tunnelartig. Immer im Fließwasser laufend, das zunächst nur knietief, später aber brusttief ist, folgen wir dem unterirdischen Fluss.


In einer größeren Höhle sind Hunderte kleiner Fledermäuse an der Decke - überall sind glitzernde Tropfsteingebilde - alles nur von unseren Stirnlampen erleuchtet. Als wir sie einmal auf meine Bitte hin alle ausschalten ist die Schwärze fast greifbar.
Der Weg ist anstrengend für mich, da ich kaum sehe, wohin ich trete und auf keinen Fall auf dem gerölligen Untergrund umknicken will - am liebsten sind mir die tiefen Stellen, durch die ich schwimme. Einmal geht es steil eine Rinne herab, die mit drei verkeilten Aststücken als Trittleiter ausgestattet ist ... - nach gut 40 Minuten erreichen wir plötzlich durch ein nur brusthohes kleines Loch wieder das Tageslicht. 

 

Ich habe schon viele Höhlen besucht - aber das hier war eindeutig die tollste und ein echtes Abenteuer ... - ganz ohne 'Moderation' !


Grinsend muss ich an Neuseeland denken: Für diese Tour hätte frau in Neuseeland  'Wetsuit', Gummischuhe, Handschuhe und Stirnlampe bekommen - hätte drei 'Safety-Insurance'-Zettel unterschreiben und fünf 'Safty-Instructions' über sich ergehen lassen müssen. Das hätte dann 186.- NLD gekostet - wer Fisch zum Mittagessen wünscht, hätte ihn selbst angeln dürfen; aber nur mit Angelschein für 78.- NLD inklusive geliehener Angelrute - Köder 3.- NLD extra ; )


Hier wandern wir einfach glücklich ob des unerwartet tollen Erlebnisses zurück zum Boot und werden zum Stelzen-Hüttendorf gefahren, wo ein fantastisches Menü schon auf uns wartet: Reis mit drei verschiedenen Gemüse- und Fleischgerichten, sowie knusprig gebackener, herrlich gewürzter Fisch - zum Nachtisch Früchte: Drachenfrucht, Wassermelone und Ananas.



Trotz vollgeschlagenen Bauchs genieße ich anschließend das Schwimmen im See und mit einem kleinen offenen Kayak rudere ich eigenständig und ganz alleine eine große Runde in nicht einsehbare Buchten, wobei ich einen herrlichen bunten Eisvogel übers Wasser fliegen sehe !





Ich beschließe das ist PERFECT DAY XII und als wir uns um 16.00 h per Longtail auf den Rückweg machen, sind wir wieder das einzige Boot (insgesamt lagen zeitversetzt vier Boote am Stelzendorf) - so kann Natur wirklich Spaß machen.
Das alles hat mich inklusive Frühstück, Essen, Bus- und Bootsfahrt, Höhlenguide und Nationalparkgebühr 1400 Baht; also 35.- Euro gekostet.
Müde und glücklich sitze ich abends vor der Hütte bei 'Leo' und Kerzenschein und schreibe Tagebuch, bis Robert zurückkommt und von seinen Wandererlebnissen berichtet.


Morgens geht es schon wieder mit dem Minibus weiter, denn das auslaufende Visum will verlängert werden - auf nach Ranong zum Visarun.

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