Freitag, 31. Januar 2014

Inselsymbiose auf Don Det und Don Khone: Einheimische und Traveller


Waterfall auf Don Khone

Am Samstag erlebe ich das beschauliche Inseldasein, indem ich per Fahrrad den alten Eisenbahntrassen über die Brücke nach Don Khone folge und den dortigen Wasserfall besuche.
Die verrückten Franzosen bauten hier in den 1860ern eine Bahnlinie, um den Wasserfall Khon Phapheng zu umgehen. Mit dem Straßenausbau ab 1900 wurde die Strecke jedoch schnell unrentabel - sie war die einzige existierende Zugstrecke in Laos.



Unterwegs stelle ich Beobachtungen zum Inselalltag an: Da sind zum einen die Laoten, die in zweiter Reihe im Schatten unter Bäumen ihr Häuschen haben; aber fast alle haben ein Guesthouse mit drei bis zehn Hütten am Flussufer oder ein Balkon-Restaurant über dem Fluss.
Da sind zum anderen die Backpacker (mit Koffer habe ich hier keinen gesehen), die in erster Reihe in der Hängematte vor der Hütte liegen oder auf der Aussichtsterrasse der Restaurants ihrem Lieblingslaster Laptop bei Laobeer frönen.



Während die einen auf Fischfang gehen, im Laden verkaufen, am Bartresen stehen oder in der Küche Frühstück zubereiten; während einige sogar traditionell auf den Feldern oder im Haus arbeiten; sind die anderen überwiegend mit konsumieren, chillen, tubing (im LKW-Schlauch den Fluss runterdümpeln - ein Beerlao in jeder Hand), kayaken, radeln und fotografieren beschäftigt.

English spoken ; )

Während die einen ihr Englisch üben oder bei Unverständnis 'yes' sagen, nett lächeln und etwas unerwartet anderes tun; sind die anderen bemüht geduldig und freundlich zu warten, Wünsche zu wiederholen oder bei Unverständnis die Schultern zu zucken und zu akzeptieren, was kommt.



Kleine Anekdote am Rande: Frau bestellt einen Kaffee mit 'real milk - no sweet milk, please' - weil es hier sonst immer die dicke gesüßte Kodensmilchpampe gibt ... - es kommt ein schwarzer Laokaffee mit einem Gläschen Kondensmilchpampe ... - 'no, please, could you bring me fresh milk' - smile 'yes' - das Mädel smilet ebenfalls und kehrt kurz darauf mit einem Tellerchen zurück, auf dem eine halbe Limone liegt ! 'Thank you' smilet frau, presst die Limone in ihre Wasserflasche und trinkt den Kaffee schwarz ; )

'Schlappenabwerfspiel'
Während die kleinen Kinder sich mit Vorliebe mit Schlappen abwerfen (ähnlich dem Abwerfballspiel 'Schweinchen in der Mitte'), die größeren mit Vorliebe Knattermotobike oder    -  boot fahren, spielen die Erwachsenen abends gerne 'Boule' (französisches Erbe) und freuen sich dabei laut kreischend, wie Kinder, wenn ein guter Punkt gemacht ist.
Die anderen sind nur selten mit Kindern unterwegs. Habe ich in Thailand noch viele Familien getroffen, besteht hier das Klientel aus überwiegend jungen Leuten zwischen 20 und 30, sowie einigen 'Dauerreisenden' oder Winterflüchtlingen - meist Paare im Rentenalter.


Die einen leben hier und verdienen und sehen die anderen kommen und gehen und Geld ausgeben.
Jede Seite ist auf die andere angewiesen; denn ohne Frischlieferung Beerlao bliebe auch das 'Tubing-Boot' leer - ohne Guesthouse mit Breakfast würde keiner bleiben und ohne Gäste wiederum könnte so manch einer nur vom Fischfang sicher nicht mehr leben.

Beerlao satt







Während die Einheimischen versuchen den Wünschen ihrer Gäste zu entsprechen ('Pai in Lao'), suchen die Gäste hier Amüsement und Entspannung oder ein letztes Stückchen 'heile Welt' ?
Wie auch immer frau es sieht: Noch findet hier scheinbar ein Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen statt - aber an Thailand ist zu sehen, wie schnell die Balance kippen kann.


Kleine Ente ganz groß

Beim Radeln treffe ich jede Menge liebenswerter Tierchen (Hühner, Schweine, Hunde, Enten, Katzen und Büffel); sowie alte Bekannte wieder: Zwei Holländerinnen aus dem Bus - zwei Deutsche vom Paddeln - die zwei Französinnen aus Pakse ... - und natürlich die Vagabundin Gaby, die bei 'Mama und Papa' - Restaurant freie Kost und Logis bekommt dafür, dass sie Leute anspricht das Restaurant zu besuchen - erstaunlich !

Mit 'Lebenskünstlerin' Gaby


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