Dienstag, 3. September 2019

Sulawesi erfahren: In 15 Stunden von Rantepao nach Tentena (Best Waterfall of Sulawesi)

Mit einem weinenden Auge verlasse ich das bequeme, freundliche 'Wisma Monton' in Rantepao.
Heiße Dusche und englischsprachige Wirte - das ist hier nicht selbstverständlich ; )
Mit 350.000 IDR (22.- Euro) pro Nacht nicht billig, aber sein Geld absolut Wert !











Vorgewarnt der Bus führe ohnehin nicht um 7.30 h, mache ich mich auf Wartezeit gefasst, bin aber dennoch pünktlich vor Ort.
Bis 8.30 h bleibe ich beim Lesen entspannt - erste Nachfrage: 'When ???' 'Perhaps 9 o'clock!'
Um 9.00 h ist kein Bus da - bei der Konkurrenz gegenüber erfahre ich, ihr Bus sei schon um 8.30 h losgefahren … - Mist ! Um 9.20 h überlege ich noch einen Tag zu bleiben, mein Geld zurückzufordern und zum Wisma zurückzugehen. Als es 9.30 h an die Umsetzung gehen soll, erscheint der Bus: Kleiner, längst nicht so komfortabel und auf die 2stündige Wartezeit kann ich jetzt 13 Stunden Fahrtzeit draufrechnen ! Ich bin Passagier Nr. 10 auf Platz 16 und muss erstmal über im Mittelgang gestapelte Reissäcke steigen, bevor ich mich einsortieren kann.





Kaum unterwegs stehen wir auch schon im Stau: Es ist 10.00 h bis wir auch nur den Ort verlassen haben. Eine volle Stunde lang bewegen wir uns mit ca. acht jaulenden, schaukelnden Stundenkilometern über eine Art Erdwall durch die Reisfelder. Der Weg ist nicht breiter als ein Bonameser Feldweg, bloß befindet sich hier rechts und links Wasser !
Kommt ein LKW entgegen muss er bis zu einer Ausweiche rückwärts fahren, so dass der Bus vorbeikommt … - Straße in Bau, 'Shortcut' ? Who knows ?





Erst ab 11.00 h fahren wir auf normaler schmaler Straße mit durchgängig durchgezogener Mittellinie in die Berge, was Fahrzeuge weder am Überholen, noch am Befahren der Gegenfahrbahn in Steilkurven hindert.
Die Landschaft ist magisch schön, die Berghänge irre steil, bewachsen mit sechs Meter hohen Baumfarnen, Stelzwurzelbäumen gigantischen Ausmaßes, die den Hang halten und vielfältigster Fauna, wie ich sie selbst in Costa Rica nicht gesehen habe.



Um 12.00 h ist 30minütiger Stopp zum Lunch - ich verschwinde auf einer Hocktoilette und vertrete mir die Beine. Vermutlich sind wir noch keine 50 km voran gekommen.
Um 12.30 h geht es weiter: Einreihen in die Warteschlange an der Tanke ! Wir sind in 'Palopo', denn rechts liegt tatsächlich das Meer - erst ein Viertel der Wegstrecke ist gefahren !

Die Straße ist nun immerhin besser und weniger kurvig. 'Wotu' erreichen wir gegen 15.30 h - die Streckenhälfte ist geschafft. Nun stoppen wir 2x auf der Strecke, weil ein schwarzes Winkelrohr irgendwo neu befestigt werden muss.
Auch der nächste Pass führt in schwindelerregende Wolkenbereiche. Nebelverhangener Dschungel umgibt uns. Um 17.00 h ist mein Roman ausgelesen, mein Rücken steif.
Wir fahren in die Dunkelheit, die hier schon kurz nach 18.00 h kommt. Ich vermeide bei Gegenverkehr großer LKWs aus dem Fenster zu schauen, denn ich sitze im Linksverkehr fahrend auf der rechten Busseite. … manchmal passt kein Blatt dazwischen !

Ich bin gerade eingedöst, als der Bus hält: 19.10 h 'Dinnertime' !
Um 19.45 h fährt der Bus weiter - ich habe jegliche Hoffnung aufgegeben die Fahrt könnte ein Ende haben. Ein plötzlicher Stopp und Licht im Bus lässt mich aufschrecken: Tentena ! Es ist 22.22 h !
Als ich müde meinen Rucksack schultere, weist der Fahrer nach hinten und sagt: 'Tentena three Kilometer this way'. Will er mich verschaukeln ?
'Where you stay ?' Gute Frage, nächste Frage - nichts vorgebucht ; )
Mir fällt ein, dass die Aussies von einem 'Victory' positiv gesprochen haben ….
'I don't know - I can't walk 3 km now !' 'Motorbike 15.000 here'.
Nachttarif, denke ich noch, das Dreifache wie üblich … - und schon sitze ich hinten drauf, meinen Rucksack hat der Fahrer zwischen den Knien, das Handgepäck ist auf meinem Rücken und wir fahren auf gut Glück zum 'Victory'!




Dort zahle ich den Fahrer und werde von einem englischsprachigen Mädel begrüßt, das mir sofort ein Zimmer mit Frühstück, sowie eine Touroption 'to share with three people' für 5 Uhr morgens anbietet.
Als ich höre, dass es 2,5 Std. Fahrt bedeutet, lehne ich dankend ab, verschiebe weitere Informationen auf den nächsten Morgen und falle in meinem Zimmer augenblicklich ins Bett !



Nach Frühstück um 7.30 h fühle ich mich wie neu geboren und plaudere mit Noni, meinem Englisch-Engel eine Stunde über den weiteren Weg: Sie erweist sich als wandelnde Wissensquelle für Bus- und Fährverbindungen zu den Tongian Islands, meinem nächsten Ziel.
Da die Fähren in verschiedene Richtungen nicht täglich fahren, eine äußerst wichtige Info !







Den Tag verbringe ich dann am 'best waterfall of Sulawesi' - in 16 km Entfernung wieder nur mit Motorbike-Taxi erreichbar. Die Straße ist gut und flach - ich bin tiefenentspannt ...
Der Wasserfall fällt in herrlichen Kaskaden zu Tal und bietet mir nach 300 Stufen Aufstieg oben türkisblaue Badebecken, die ich nutze - keinerlei Leute in Sicht; nur das Wassertosen, wunderschöne Schmetterlinge und ich ; )








Auf dem Rückweg lasse ich mir Zeit und gehe noch durch den Wald - zurück am Tor bin ich ebenfalls alleine - also mache ich mich zu Fuß entlang der Straße auf den Weg.
Schon nach 30 Minuten hält ein netter 'Ronald' und radebrecht er müsse ins 'Office' nach Tentena, er könne mich mitnehmen. Nichts dagegen - er plaudert fröhlich, was er für Englisch hält, ich verstehe kaum etwas, aber um 13.00 h sind wir zurück und ich bedanke mich: Terimah Kassih !
Er bedankt sich ebenfalls und fährt winkend davon - einfach süß !







Ich folge Nonis Empfehlung und esse an der alten überdachten Brücke 'Gado-Gado',, ein typisches Gericht mit Tofu, Erdnuss-Sauce und Reiscrackern für unglaubliche 10.000 IDR ! (ca. 70.- Cent !)
Nach einem Stündchen im Schatten der Brücke beim Zeichnen, mache ich noch einen Ortsbummel und anschließend Siesta, bevor ich blogge und abends zum Saté-Spießchen essen zurück an die alte Brücke gehe.


Ein erholsamer Tag - ich bin frisch gerüstet für den nächsten Trip: Über Poso nach Ampana zum Fähranleger … - diesmal sind es nur 7 Stunden Fahrt - Inshallah !





Sonntag, 1. September 2019

Höllentrip in die Berge: 'Summit-Sieg' am 'Gunung Sesean'

Der Plan ist simpel: Frau nehme ein 'Bemu' (Sammeltaxi) nach 'Bolu' von dort ein weiteres bis 'Tinimbayo' - Aussicht anschauen, wandern über 'Berurung' nach 'Batutumonga'. Am nächsten Tag in vier Stunden zurückwandern bis 'Tikale' und von dort mit dem 'Bema' zurück nach Rantepao.

Tja, bis Bolu funktioniert der Plan reibungslos, aber das nächste 'Bemu' ist leer … Sammelzeit ca.
1 Stunde - nein, danke - die Alternative ist ein Motortaxi:
Preis verhandelt, Helm eingefordert und los geht's: Nach der ersten Minute sehne ich mich nach Franziska, nach fünf Minuten bete ich bei jedem Schlagloch und versuche mich vorschriftsmäßig mit in die Kurven zu legen, obwohl gerade ein Laster entgegenkommt.



Nach fünfzehn Minuten erreichen wir das wunderschöne 'Deri' mit dem Megalithensteinkreis, gerne würde ich die Beine strecken und ein Foto machen, aber auf meine Bitte hin, sagt der Fahrer 'yes' und röhrt den nächsten Schlaglochhang hoch. … er versteht halt kein Englisch.




Zwischendrin versuche ich die schöne Landschaft in mich aufzunehmen, doch dann weichen wir gerade schlenkernd einem kläffenden Hund aus, der vom Fahrer noch einen Tritt erhält ...
Nach zwanzig Minuten beginne ich dennoch mich ein wenig zu erholen, denn plötzlich ist die Straße besser … - leider ein Grund für den Fahrer voll aufzudrehen. Ich schwöre mir innerlich nie wieder ein Motorbike zu besteigen, sollte ich die Fahrt heil überstehen, weiß aber sofort, dass ich das hier nicht einhalten kann, wenn ich etwas sehen will.
Plötzlich sind wir nach 30 Minuten Höllenfahrt da: Zwei geschlossene Kaffeestände am Straßenrand und die Aussicht auf tief darunter liegende Reisfelder im gleißenden Gegenlicht.




Batutumonga ? Handzeichen winkt geradeaus: This way !
Ich zahle, schieße lustlos zwei Gegenlichtfotos und laufe los. An der nächsten Möglichkeit verlasse ich die Straße und schlage mich weiter durch zwei kleine Dörfer laufend und fragend bis Batutumonga durch - es ist gerade mal 10 Uhr !
Im 'Saman' Cofé & Guesthouse ohne Dusche, aber mit Frühstück lasse ich meinen Tagesrucksack und laufe weiter bergab durch die wunderschön angelegten Reisfelder Richtung 'Bori', als das Wetter beginnt umzuschlagen. Kalter Wind, grau jagende Wolken - ich gehe weiter, aber als der Pfad nach über einer Stunde extrem steil im Nichts verschwindet, drehe ich um.





Zurück an den Reisfeldern zeichne ich eine Stunde, bevor mich die Kälte wieder zur Bewegung zwingt: Bis 'Lo'kokate' laufe ich eine halbe Stunde - am 'Heiligen Fels', ich mache einen  falschen Schritt, knickt mir das Knie weg - ich falle weich, fluche, massiere, gehe vorsichtig weiter.
Ein Rudel Motorbiker kommt mir halsbrecherisch entgegen - mindestens 30 Fahrzeuge mit je 2-3 Leuten besetzt, die johlen und winken. Ich winke und fotografiere ...








Um 17.00 h bin ich zurück, verdrücke hungrig ein 'Mie Goreng' und gehe ohne Dusche, Buch und Pullover frierend aufs Zimmer.





Am nächsten Morgen ist beim Frühstück keine Wetterbesserung in Sicht. Erst als ich an der entscheidenden Straßenkreuzung bin, zieht plötzlich die Sonne hinter den Wolken hervor.
Meine Chance: Ich schaue auf zum mächtigen 'Gunung Sesean', einem mächtigen Berg, der mich gestern schon anzog und beschließe den Gipfel zu wagen.
4 km und eine Stunde Aufstieg ist die Auskunft - niemals - aber ich gehe los.
Nach einer Stunde ist gerade mal ein erstes Plateau erreicht und ich habe den dichten Bambuswald verlassen.
Die Blicke sind jetzt schon toll, denn das Wolkenmeer liegt unter mir. Ich erreiche eine Hochebene, wo reihenweise Zelte stehen und junge Leute Gitarre spielen, frühstücken oder packen.
Mir fällt ein, es ist Sonntag - das hier ist der Wochenendausflug der Jugend.
Alone ? Yes. No 'guide' ? No. German ? Yes. Be careful Misses - one hour to summit !






Während die Wolken immer mal wieder zu und aufziehen, wandere ich weiter auf sehr engem Pfad:
Rechts der Abgrund, links brusthohes Gebüsch, vor mir plötzlich eine fauchende Wildkatze, die mich zu Tode erschreckt, bevor sie verschwindet.




Ich gebe mir selbst noch 30 Minuten, wenn ich dann nicht oben bin, kehre ich um … - niemals, sage ich mir nach 30 Minuten, du musst gleich da sein … - und plötzlich, nach besonders rutschigem Steilstück stehe ich in der Sonne am Abgrund auf einem großen Felsen mit einem Metallschild:
Gunung Sesean 2195 Meter - der Gipfel !
Genau 7 Minuten verbringe ich staunend dort in der Sonne und genieße den 360-Grad-Blick, bevor plötzlich heftig wallende Wolken die Felswand hochschießen und alles einhüllen.

Oh Happy Day ! Es gibt nichts Schöneres, als einen Sonnengipfel nach vollbrachter Tat !




Der Rückweg ist ermüdend, denn mit meinem Knie gehe ich extrem vorsichtig bergab, da es matschig und rutschig ist. Um 11.00 Uhr machen meine Beine gerade eine Pause, als vier junge Indonesier ein Foto mit mir möchten - aber, klar doch ; ) Sie verabschieden sich mit Verbeugung und Handschlag … - be careful, Misses ! Scheinbar bin ich hier der einzige europäische Dino ohne Guide.

Als ich gegen 12.00 Uhr wieder an der Straße bin liegt noch der Marsch bis Tikala vor mir, aber 4 km (auf einem Schild angegeben) erscheinen mir zu wenig. Nach 30 Minuten hält ein alter Mann mit Motorbike neben mir. Er trägt mehr Lachfalten im Gesicht, als Zähne im Mund.
Rantepao ? Yes, you are Taxi ? How much ? Wortlos zieht er einen 20.000er aus der Tasche und hält ihn hoch. Ich bin müde und kann nicht widerstehen.
Noch bevor ich nachdenken kann, sitze ich hinter ihm - ohne Helm, ohne Sonnenbrille, die ich verloren habe - und bitte bloß 'slowly, please' ...


Er gibt sich alle Mühe, aber 'slowly' ist anders - dennoch fühle ich mich bei ihm aufgrund seines Alters sicherer, als bei dem Fahrer morgens oder bin ich jetzt abgebrühter ?
Holpernd und ratternd erreichen wir Tikala nach 20 Minuten; nach weiteren 10 Minuten setzt er mich an der Hauptstraße in Rantepao ab. Das hätte ich niemals mehr laufen können !
Ach ist das schön, wenn frau es heil überstanden hat ; )



Ich erkläre diesen Tag zu meinem Special 'Perfect day'; denn auch wenn das Wetter nicht optimal war, so hatte ich eine Menge Spaß, Bewegung und Glück, am Gipfel die Sonne zu sehen und heil zurückgekommen zu sein. Das muss gefeiert werden:
Für 18.00 h bestelle ich im 'Rimiko' ein Toraja-Gericht, das zwei Stunden Vorbereitung benötigt: 'Chicken cooked in Bamboo mit Banana und Coconut' ; )







Monatsrückblick August 19: Kontraste

Nah beieinander und doch so fern !
Australien und Indonesien bilden riesige Gegensätze:

Australiens Landschaften sind weit und leer - viel Wiederholung - noch mehr Straßenkilometer auf überwiegend guten Straßen - wohl bewusst belassene Gravelroads zur Ankurbelung des 4WD-Tourismus - wunderschöne Naturhighlights, allerdings teuer zu bezahlen, vermeintlicher Öko-/Naturschutzansatz; inkonsequent im Handeln (Mining, Müllverschiffung nach Indonesien !) - hohe Preise in der Lebenshaltung, gute Qualität, z.B. Müsli, Joghurt) !



Sulawesis Landschaft ist oft in enge Täler gefaltet - abwechselungsreich und schwer zugänglich - Gebirgsstraßen sind in katastrophalem Zustand - für 320 km braucht der Bus 9 Stunden reine Fahrtzeit - schöne Natur, allerdings Null Infrastruktur im Tourismus, Vermüllung und Zerstörung (z.B. kapputte Riffe durch Dynamitfischerei) leider überall sichtbar - niedrigste Preise in der Lebenshaltung, vieles nicht erhältlich (z.B. Joghurt und Käse) !



Australischer Lifstyle ist unkompliziert und locker - trotzdem viele Regelungen und Beschränkungen, an die sich oft keiner hält. Beispiel Alkohol: Beim Kauf einer Bierflasche muss frau ihren Pass einscannen lassen - sollte sie alkoholisiert am Steuer erwischt werden, wird ihr künftig nirgendwo mehr Alkohol verkauft, denn sie ist registriert … - im Pub oder Restaurant kann sie sich auch dann noch hemmungslos betrinken, wenn sie pro Bier ca. 5.- oder 6.- Euro ausgeben möchte, denn dort wird nichts registriert.



In Sulawesi sind die Leute fröhlich, freundlich, lachen viel, leben traditionell. Es gibt trotz muslimischer Religion keinerlei Beschränkungen für Alkohol. Er ist bloß nicht in allen Läden erhältlich. Im Restaurant auf jeden Fall. Für ca. 2.- oder 3.- Euro erhält frau ein Bier - für gleiches Geld auch ein 'Mie Goreng' (Fried Noodles with vegetables). Grölende Betrunkene wie in der Party-Hauptstadt Darwin habe ich hier noch nirgends gesehen.



Australien ist riesig, hat wenige Menschen - von den wenigen Großstädten abgesehen ist es ruhig und erholsam 'leise'. Zu Fuß gehen ist hier aufgrund der großen Strecken weder üblich, noch oft möglich.
Öffentlicher Nahverkehr beschränkt sich ebenfalls auf die Städte; als Reisender muss frau also motorisiert sein, möglichst mit 4WD, was frau zu teuer ist oder für Touren tief in die Tasche greifen. Wandern ist eher Fehlanzeige.





In Indonesien wimmelt es von Menschen - auffällig viele junge Leute sind in Gruppen organisiert unterwegs. Eine Familie hat drei bis zu sieben oder acht Kinder. Alte Menschen sehe ich kaum.
Die Motobike-Seuche, sowie das ständige Hundegekläff und der Ruf des Imam bilden eine oft schwer erträgliche Dauergeräuschkulisse. Eigenmotorisierung halte ich hier für extrem gefährlich, zumal ohnehin nirgends steht wohin frau fährt oder wo sie sich befindet. Bleiben Busse, Bemus und Bike-Taxis - für alle drei Fortbewegungsarten braucht frau Gelassenheit, Geduld, Nerven und viel guten Glauben - keine meiner Stärken ; )
Wandern bitte nur mit 'Guide' - wahrscheinlich werden deshalb keine Schilder aufgestellt ...


Insgesamt sind es dennoch beides tolle Reiseländer - frau muss halt nur mit gewissen Schwierigkeiten klar kommen lernen.









Totenkult im Torajaland: Von Trommeln, Tongkanen und Totenschädeln

Nach anstrengender 11-Stundenfahrt (Hauptprobleme: Stark verspätete Abfahrt, Stau, 2x längere Pausen) im immerhin bequemen halbleeren 'Metro'-Bus von Makassar nach Rantepao, bin ich erstmal geschafft und froh im gemütlichen, mittelpreisigen 'Wisma Monton' gelandet zu sein.
Nach leckerem Frühstück und Gedankenaustausch mit Reisenden (2 Aussies, 2 Schweizer,
1 Holländer, der radelt ! und zwei Franzosen) erforsche ich erstmal die Möglichkeiten: Was ist wo ?
Was kostet was ? Werde ich hier mit meiner Bankcard fündig ?





Es wird Unabhängigkeitstag gefeiert und so gerate ich gleich in Trommelumzüge von jugendlichen Studentenorganisationen.
Nach ein paar Schnappschüssen ziehe ich es vor über den Fluss in ruhigere Gefilde auszuweichen.
Zeichnen eines Tongkanen, jener schiffsähnlichen Häuser, die entweder als Reisspeicher (6 runde Stelzfüße) oder als Wohn- und Totenhäuser (quadratische Holzkonstruktion, fachwerkartig) dienten.
























Beim 'Information'-Office lerne ich dann Franziska kennen (43 J. alt, 'guide', Mutter zweier Kinder).
Wir vereinbaren nach eingehender Besprechung eine Tagestour zu vier Totenkultstätten am nächsten Morgen.
















Pünktlich um 8.00 h steht sie mit Motorbike und Helm vorm Hotel und los geht es:
Sie fährt extrem vorsichtig und langsam, was mir recht ist und vermutlich zwei Gründe hat:
Erstens die Fahrstrecken sind nicht wirklich weit und zweitens ist sie selbst eine eher unsichere Fahrerin und möchte mich sicher abliefern - alles gut ; )







Nacheinander besichtigen wir 'Lemo', die Felsenwandgräber, wo die Toten in Särgen in der Felswand gelagert und lebensechte Holzpuppen davor gesetzt werden.











Die 'Baby-Graves, 'Milchsaftbäume', in die die Banyleichen senkrecht 'stehend' verbracht und mit Tür verschlossen werden, um weiter 'wachsen'zu können, denn auch die Bäume wachsen weiter.






'Londo' ist eine natürliche Felsenhöhle im Kalkgestein mit Särgen und Totenschädeln darin.



Zu guter letzt 'Ke'te Kesu', eine große Begräbnisstätte mit Grabhäusern und hängenden Särgen unter einer Felswand.





'Ziska' ist fröhlich und immer gut drauf - zwischendrin gbt es bei 'Bekannten' Nudelsuppe und Saft, am Nachmittag bitte ich um eine kurze 'Laufeinlage', denn vom Motobiken habe ich bereits Rückenschmerzen … - und auf dem Rückweg zeigt sie mir noch eine Weberei … - interessant, aber nichts Neues - ich schaffe es nichts zu kaufen ; )








Umarmung, Dank, Zahlung - no, thank you, no 'funeraltour' tomorrow - und positiv gestimmt suche ich abends das 'Rimiko' auf, um echt 'Toraja' zu speisen: Das Büffelfleischgulasch mit schwarzer Soße ist superlecker - mit Tamarellasaft zahle ich ca. 6.- Euro und bin erstmal 'happy'; denn morgen werde ich in 'Batutumonga' wandern und zwar nach Sammeln verschiedenster Infos ohne 'Guide' !