Donnerstag, 12. September 2019

Manado - Tomohon: Bilder sagen mehr als tausend Worte - Impressionen

Es lässt sich nicht beschönigen: Auch Manado ist, wie Makassar eine hässliche schmutzige Stadt.
Allerdings finde ich im 'Grija Sintesa Hotel', der Name bedeutet innere Harmonie ; )
eine angenehm ruhige Oase mit heißer Dusche, indonesischem Frühstücksbuffet und englischem TV-Programm.













Daher möchte ich nach Tomohon, der 'Blumenstadt' 600 m oberhalb in einem sanften Tal zwischen den Vulkanen 'Lokon' und 'Mahawu' gelegen, fahren.
Es sind nur 22 km und der Bus fährt für 50 Cent ... - das hat seinen Preis: Er fährt erst los, wenn er bis zum letzten Platz besetzt ist - ich warte 90 Minuten bis zur Abfahrt, denn andere Verkehrsmittel gibt es hier nicht - die Fahrt dauert 30 Minuten und endet am 'Pasar Beriman', dem Marktplatz am Terminal in Tomohon.


Eigentlich möchte ich hier sogar übernachten, um am nächsten Tag zu wandern, aber der Plan scheitert angesichts der nicht vorhandenen geeigneten Unterkünfte und der nicht vorhandenen          Transportmöglichkeiten, die mich näher an die Vulkankegel bringen könnten.















Ein Bus ohne Räder - 'no problem' ! Colaflaschen werden absolut wiederverwendet: 
Als Behälter für Motorbike-Sprit !
Tomohon ist außerdem eine christliche Enklave im muslimischen Sulawesi, sowie bekannt fürs Blumenfest im Sommer. Tatsächlich finde ich auch jetzt einige hübsche Blüten bei meinem Rundgang.






















'Burn, burn, burn' oder Eine Busfahrt nach Manado (frei nach Fontane)

Die letzte große Etappe - mein Herz ist froh
Von Gorontalo fahr' ich nach Manado.
Früh um Fünf - 'Veronica' keucht entlang der Sulawesi See
Asche verbrannten Mülls fliegt auf, wie Flocken von Schnee.
Gegenverkehr, enge Kurven, Lastwagen überall,
wird der Reifen halten ? Schon gibt's einen Knall !
Es war nur der Auspuff - da bin ich froh
und noch gut neun Stunden bis Manado.






Der Fahrer hält das Lenkrad fest in der Hand,
die Sonne sticht - fast hätt' er sich dran verbrannt.
Der Bus fährt gnadenlos Stund' um Stund',
die Passagiere sitzen sich den Hintern wund.
'Pinkelstopp'! - War es da, was in mir rief;
der Bus hält nicht an - viele schlafen tief.
Irgendwann hält er doch - da bin ich froh
und noch immer fünf Stunden bis Manado !



Bloß raus und am Plumpsklo die Erste sein !
Es plätschert und rauscht - ein Ende der Pein !
Auf der Weiterfahrt ist es stickig und heiß,
dem Fahrer läuft in Strömen der Schweiß.
Es quietschen die Bremsen, von den Reifen qualmt Rauch,
die Glimmstengel der Männer im Bus qualmen auch.
Der Motor dröhnt stotternd, nicht alle sind froh
und noch zweieinhalb Stunden bis Manado !




Runde vierhundert Kilometer - wär' ja gelacht,
die sind doch in gut zehn Stunden gemacht!
Es naht das Ende - da steh'n wir im Stau,
Abgase der Lastwagen - mir wird ganz flau.
Leere Reisfelder brennen, die Luft ist grau,
das wird ewig dauern, ich weiß es genau !
Ich nicke ein - ist noch jemand froh ?
Nach elfeinhalb Stunden: MANADO !




Dienstag, 10. September 2019

It's all about money: Nachtfähre nach Gorontalo

Am Fähranleger in Wakai angekommen, erfahre ich, dass die große Fähre nach Gorontalo  von einem anderen Pier abfährt. Es ist heiß und windstill heute - zwei Stunden sitze ich in einer Art Straßenrestaurant im Schatten unter indonesischen Kettenrauchern aus.
Dabei lerne ich Nadine, eine Deutsche aus Heidelberg und fließend Indonesisch sprechend, kennen.
Ich besorge fürs Schiff die übliche Verpflegung: Bananen, Tomaten, Manschbrötchen und Kekse.
Als die Atemnot zu groß wird, nehme ich um 12.30 h ein Kijan zum anderen Pier; dort sitze ich rauchfrei und kühl in einem kleinen Warteraum.



Kurz darauf will mir jemand ein Ticket verkaufen; als ich sage, ich hätte schon eins, möchte er es sehen. Er schüttelt den Kopf und sagt dies sei nur der Schlafraum, der bezahlt sei, das Ticket koste extra. Ich fühle mich - freundlich ausgedrückt - veräppelt.
Nadine, der ich bereits zu geringem Preis das 'Bed to share' angeboten hatte, versucht auf Indonesisch zu vermitteln: Die Kabine sei nur für eine Person geeignet, sie müsse aussteigen, denn ein Anteil plus Ticket sei ihr zu teuer und das mit dem Ticket sei richtig …. - ich berufe mich auf Ulfa, die mir anderes erzählt hatte und der Mann ruft sie an - 'sorry, missunderstanding perhaps' - wie auch immer nach einem weiteren Telefonat mit dem 'owner' der Kabine, wird mir beschieden, ich müsse nichts draufzahlen, könne aber keine Person mit hinein lassen.



Um 14.00 h besteige ich die Fähre - die Verhältnisse sind sofort klar ersichtlich:
Im unteren Deck befinden sich Motorbikes und barfüßige Indonesier auf Matten sitzend;
im mittleren Deck sind indonesische Familien und vereinzelt Backpacker auf Plastikmatratzen im Stockbettenprinzip; im oberen Deck sind außen Tische und Stühle einige Holzliegen, sowie 5 Kabinen, die von europäischen Reisenden bezogen werden - eine davon von mir ; )




Ich erhalte meinen Kaninenschlüssel und falle erschöpft aufs Bett - es ist heiß und stickig.
Um 15.30 h legt die Fähre nach mehrmaligem Hupen ab. Am Oberdeck ein gutes Dutzend Touristen, die plaudern und Karten spielen - junge Paare überwiegend aus Schweiz, Frankreich, Deutschland, Italien und den Niederlanden - keiner über 30 !











Ich möchte lesen, doch drei Stunden lang plärrt extrem laute Musik vom Oberdeck, während ein halbes Dutzend Indonesier sich mit Bintangbier volllaufen lässt - eher ungewöhnlich !
Ich flüchte in meine Kabine und stecke die Ohrstöpsel ein.
Als es bei Dunkelheit ruhig wird, mache ich noch einen Rundgang und schlafe anschließend prima, bis gegen 4.00 h das Schaukeln aufhört.





Die Toilette, die ich morgens aufsuche, ist für alle gleich.
Der Hafen ist in Sicht und um 4.30 h verhandele ich mit dem Kijan-Fahrer, der mir das Hotel 'Melati' schmackhaft macht.

Viele Traveller steigen von hier in den Flieger nach Manado, der um 8.00 h geht oder düsen mit einem Minibus gleich weiter Richtung Manado. Ich möchte doch nochmal die Möglichkeiten für den 'whaleshark' checken und heiß duschen, bevor ich mich der nächsten 12-Stunden-Fahrt anheim gebe.
Deshalb nehme ich im Melati das 'Deluxe-Zimmer' und bin gleich mal online.
Um 7.00 h gibt es Frühstück - Plausch mit einer faltigen Engländerin, die hier in Südostasien überwintern will.
Ich tausche wieder ein Buch im Bücherschrank, blogge und sortiere mich neu.
Zwei Deutsche berichten gestern seien keine whalesharks vor Ort gewesen - der betreffende Strand liege 11 km außerhalb, sie wollten es heute noch einmal versuchen … - good luck !
Wieder das Verkehrsproblem - die beiden haben einen Roller !




Erst um 13.30 h mache ich einen zweistündigen Rundgang durch Gorontalo:
Überwiegend muslimisch hier … - neben der Moschee finde ich einen buddhistischen Tempel und eine Kirche.
Sofortiges Abwinken: Kein Foto bei der 'Polisi militar', obwohl die Figur vorm Portal doch so köstlich aussieht: Eine schräge Mischung aus Löwe und Drache.



Viele Leute quatschen mich an mit 'Hello Misses' - weiter reicht ihr Englisch aber nie !
In einem Straßenrestaurant esse ich unter dem Gekicher der anwesenden Männer mein 'chicken' mit Reis - ich gerate in eine Nebenstraße, die mich ans von Müll übersäte Flussufer führt. Ein Kind scheißt direkt in den Fluss.
In der Einkaufsstraße gibt es Möbel, Elektronik und Kleidung - die Markthalle ist bereits leer; es stinkt nach verfaulten Abfällen.






Zurück im Hotel genieße ich die Ruhe und den hübsch angelegten Garten bei einem Bier und dem neuen Buch. Ich habe noch keine Ahnung, wie ich morgen um 4.30 h zum Busbahnhof außerhalb kommen soll; denn der Bus nach Manado fährt angeblich um 5.30 h … - oder so ähnlich ; )
Erfahrungsgemäß wird es irgendwie werden … - vielleicht kann der niederländischstämmige Besitzer, der mir den Bücherschrank aufgeschlossen hatte, mich beraten - alles wird gut werden … !
… oder so ähnlich !





Montag, 9. September 2019

'Gefangen' im Paradies: Erholung auf den Togian Islands

Die Fahrt von Tentena nach Ampana verläuft sehr entspannt. Mit Alex aus den Niederlanden sitze ich zunächst zwei Stunden im Minibus mit sieben indonesischen Passagieren. Dann steigen wir um in ein Auto, das wir für uns haben und erreichen das verlotterte schmutzige Ampana gegen Mittag 14.00 h.





Das Hotel 'Oasis' liegt 200 m vom Fähranleger entfernt und hat ausgesprochen freundliches Personal.
Bei der Erkundigung am Fähranleger bestätigen sich Nonis Informationen.
Eine männlich aussehende Frau 'Ulfa' managt den Ticketverkauf, sowie die 'Cabins' für die Nachtfähre nach Gorontalo: 500.000 IDR will sie für eine 'Captain-Cabin' - for you alone, but you can share and get the money from the person ... - I'll think about it … !




Am nächsten morgen starte ich gegen 8.00 h aus dem Hotel. Ich erstehe eine 'Cabin' für den Montag in fünf Tagen, denn was nutzt eine Insel-Erholung, wenn ich hinterher wieder Stress habe, sage ich mir.
Die Fähre um 9.30 h fährt über Wakai und Katupat in sechs Stunden bis Malenge, wo ich ins 'Lestari Cottages' einziehe ohne gebucht zu haben.










Eine traumhaft schöne türkisgrüne Lagune links, das Korallenriff mit einem langen Steg zum Bayu-Dorf gegenüber rechts und auf schmaler Halbinsel in der Mitte liegt das 'Lestari'.






Ich treffe auf drei Schweizer, die leider knapp mit Bargeld sind und daher keine Schnorcheltour zu Reef 4 und 5 unternehmen wollen (Nonis Empfehlung). Dafür leihen sie mir gerne ihre Schnorchelausrüstung und tatsächlich lässt sich auch hier einiges sehen:
Viele bunte Kleinfische, blaue fünffingerige Seesterne und ziemlich schöne gesunde Korallen in der Bucht vorm Steg. Die tiefere türkisgrüne spiegelglatte Lagune wird mein abendliches Schwimmbecken.





Leider wird gegenüber am Bayu-Dorf ein neues Resort gebaut, so dass oft mehrere Stunden am Tag die Kreissäge tobt.
Immerhin: Weder Muezzin, Hundegebell, Motorradgeknatter noch Hahnengeschrei stören hier die ansonsten idyllische Szenerie.
Schwimmen, schnorcheln, Lesen in der Hängematte - Melone und Toast, Reis mit Fisch, Fisch mit Reis, Tischtennis spielen, plaudern ...





Nach zwei Nächten beschließe ich noch ein anderes Ziel bei Katupat anzusteuern, da dort ein Ausflug zum 'Jellyfishlake' möglich sein wird, der ebenfalls von Noni erwähnt wurde.
Ich hänge mich also an die abreisenden Schweizer, die sehr früh los müssen, um in Wakai eine Fähre zu erreichen. Da Katupat auf dem Weg liegt, setzen sie mich dort gegenüber direkt im 'Bolilanga Island Resort' ab. Als ich um 7.00 h ankomme, bin ich der einzige Gast, bekomme aber sofort einen leckeren 'Banana-Pfannkuchen' zum Frühstück.







Obwohl die Übernachtung hier günstiger ist, ist das Essen insgesamt besser. 'Siri', eine 16jährige managt hier alles, denn die kochende Mutter spricht kein Englisch.
Es werden Schnorcheltouren angeboten - allerdings für mindestens 4 Personen …. - da trifft es sich gut, dass um 10.00 h ein Boot voller blonder Mädels eintrifft: Die Schwestern, Sarah und Laura, sowie die Freundinnen Lena und Maike sind 21 bis 25 Jahre jung und zusammen unterwegs.
Nach einem 'chilligen' Tag am Strand und in der Hängematte, gehen wir gemeinsam am nächsten Tag auf Schnorcheltour zu zwei Riffen, sowie zum Karina Beach und dem dahinter liegenden Jellyfishlake.







Eine schöne Tour, allerdings bei recht hohem Wellengang, was sowohl das Fortkommen im kleinen Auslegerboot, als auch das Schnorcheln erschwert. 'Reef one' ist sehr schön, 'Reef Balu' leider halb zerstört - hier sieht frau, was die, trotz Nationalparkgebiet, noch immer stattfindende Dynamitfischerei anrichtet. Ab und an sammele ich Plastikteile aus dem Wasser und reiche sie ins Boot.







Der Jellyfishlake ist brühwarm und trübe - dennoch ist es interessant die winzigen (Daumennagelgröße) bis größeren Quallen dort schwimmen zu sehen. Der See ist salzig und wurde vom Meer abgetrennt - die Quallen sind daher auch nicht gefährlich.

Am besten gefällt mir das Schnorcheln am 'Karina Beach', denn hier gibt es große Felsen, wo sich sehr verschiedene, auch bunte Weichkorallen angesiedelt haben. Jede Menge verschiedener Fische gibt es - die theoretisch vorhandenen kleinen Riffhaie sehen wir nicht. Nach einer Stunde im Wellengang bin ich nicht nur platt, sondern auch Sonnen verbra
nnt an Rücken und Oberschenkeln.
Die Mädels sind längst zurück im Boot - also hopsende quälend langsame Rückfahrt per Boot, denn der Wellengang ist beträchtlich.


Schön war es auf den Togians - vier Tage im Paradies!





Nach diesen herrlichen Tagen muss ich dennoch zurück ins 'laute' Sulawesi, denn die Nachtfähre fährt nur zwei Mal wöchentlich: Meine fährt montags - einige sagen um 16.00 h, andere meinen nicht vor 17.00 h, wieder andere, ich müsse spätestens um 14.00 h da sein, denn sie fahre um 15.00 h. Wie auch immer; da ich zuvor noch von Katupat bis Wakai kommen muss und es dort nur ein Boot um 9.00 h gibt, werde ich um 10.00 h in Wakai sein - viel Wartezeit, in jedem Fall ein verlorener Tag - und nun ist das Meer plötzlich glatt, die Sonne brennt von oben, mein Sonnenbrand brennt von innen und der Rucksack darauf ist nicht sehr angenehm !