Freitag, 12. Juli 2019

Good bye Singapur - Schlussbemerkung

Am siebten Tag sollst du ruhen - sprach der Herr - das habe ich beherzigt. Immer mal wieder gemütlicher Chinatownbummel, da es ja um die Ecke liegt.
Einen geruhsamen Tag verbringe ich am Singapur-River mit dem Lesen eines Buches aus dem Hostelfundus. Zum Runterkühlen ein Museumsbesuch: 'Asian Civilisationsmuseum' mit einer tollen Sonderausstellung der Modedesignerin Gao Pli und Bummel über den Fort Cunning Hill, wo die Singaporis ihr Plastik-Fastfood-Picknick unter herrlichen uralten Bäumen auf Plastikfolien sitzend einnehmen. Anbei einige Fotoimpressionen ...































… und zum guten Schluss ein paar simple Beobachtungen in der 5 Millionen-Stadt:

1) Ja, die Stadt ist absolut sauber - nicht weil die Leute keinen Müll machen, sondern weil er von vielen fleißigen Händen beseitigt und 'unsichtbar' gemacht wird in vielen verschiedenen Tonnen !
Verteilt werden leider eine Menge Plastiktüten in allen Größen plus Einwegbecher etc. !

2) Ja, die Infrastruktur ist genial; die Innenstadt absolut grün und staufrei - nicht weil es keine Autos gäbe, sondern weil sie über Steuern und Extraabgaben gezielt 'draußen' gehalten werden und die MRTs alle 4-6 Minuten fahren und mit 0,84 Cent pro Kurzfahrt (bis ca. drei Stopps) so billig sind, dass sie rege benutzt werden.

3) Ja, Fußgänger können vom Schnellbahnausgang nahtlos ins Shoppingcenter gehen, das immer Foodmalls und manchmal auch Kletterwände hat. Sie kreuzen sechsspurige Ausfallstraßen über mit Bougainvillea bewachsene Fußgängerbrücken direkt ins nächste Shoppingcenter. Besonders lauffreudig sind die meisten Leute hier aber nicht.
Der 500 m Bordwalk nach Sentosa wird durch Laufbänder verkürzt. In der Natur werden eher Bikerwege als Wanderwege angelegt und im Birdpark gibt es für lauffaule E-Roller oder den Minitrain. Auf den Rolltreppen gilt: Links stehen, rechts gehen - viele Geher gibt es da nicht !




4) Ja, Mode ist hier wichtig, aber am wichtigsten ist das Handy ! 95 % der MRT-Nutzer hängen davor; die fehlenden 5% schlafen oder reden tatsächlich ; )
An den touristischen Highlights ballen sich Gruppen von Fotowütigen mit Handystick und drei Aufnahmen reichen da bei weitem nicht !
Natürlich gibt es hier viele Sandalen- und Flip-Flopträger, aber oh Wunder: Geschlossene Schuhe - auch bei Jugendlichen - sind sauber geschnürt, sogar mit Doppelknoten !

5) Ja, Bildung ist wichtig - viele Schulgruppen sind unterwegs - egal ob im Museum oder in den Parks. Sie sind an einheitlicher Kleidung erkennbar und manchmal sogar an den einheitlichen Schirmmützen durchnummeriert ; ) Sie benehmen sich absolut strukturiert - beneidenswert !

6) Ja, die Stadt ist tatsächlich noch immer am Wachsen - die Natur ist trotz schönen Scheins überwiegend verschwunden. Dies sieht man vor allem auf Fotos von vor 100 oder auch nur vor 50 Jahren - sehr bedauerlich, aber ob der wachsenden Bevölkerung ist kein Ende dieses Trends in Sicht !

7) Ja, Multi-Kulti scheint hier zu funktionieren: Hindus, Moslems, Christen, Buddhisten - jeder hat hier sein Gotteshaus und die Bewohner werden in den Stadtteilen bewusst durchmischt 'angesiedelt' - wobei 80% der Bevölkerung in Eigentumswohnungen leben - sehr erstaunlich !




Samstag, 6. Juli 2019

6 Tage in Singapur - Teil 2

Heute an Tag 4 bin ich ein wenig stadtmüde: Draußen immer schwülheiß, laut und in der Masse unterwegs; drinnen immer unterkühlt, laut und in der Masse unterwegs - im Hostel nur selten Privatsphäre, fehlt auf Dauer die Ruhe und Erholung.






Am zweiten Tag war ich mittags in 'Little India' unterwegs: Tempel, Läden und Restaurants schön bunt und 'indisch' - ein 'Chicken Massala' zum Mittagessen … - wer schon einmal in Indien war, muss den Stadtteil nicht unbedingt sehen ; )









Nachmittags ging es mit der MRT nochmal zum 'Clarke Quay', wo ich meinen Bummel durchs alte Regierungsviertel, den 'Colonial District' mit 'Stamford Raffles'- Statue entlang des Singapore River und wieder über die Helion-Brücke zu den 'Supertrees' fortsetze. Ich erreiche sie pünktlich zum Beginn der musikbegleiteten Lichtershow: Feuerwerkartige Lichterexplosionen lassen die Bäume scheinbar lebendig werden - pulsierende Lichtströme pflanzen sich über die Stämme bis in die Äste fort. Beeindruckend und sicher stromfressend … - nach ca. 15 min. ist alles vorbei und der Massenansturm zur MRT beginnt.






Den dritten Tag wollte ich mal im Grünen verbringen: Also raus mit der MRT bis zur Bukit Timah Nature Reserve, die an der 'Beauty World' Station liegt. 500 m hinter der Station beginnt tatsächlich der Urwald, wie ihn Raffles, der Handelsvertreter der East India Companie 1819 überall vorfand.
Hier gab es zu dieser Zeit noch Tiger, die dann für eine 20.- Dollar Prämie abgeschossen wurden, weil sie hier und da Menschen angriffen.





Heute steht noch ein Stückchen Wald und es ist ruhig und beschaulich, wenn man von vereinzelten Bikern und Wanderern absieht. Der Großstadtlärm wird von Tiergeräuschen und ab und an Helikopterlärm verdrängt. Ich sehe Schmetterlinge, Eichhörnchen, Affen und Eidechsen und genieße den schattigen Wald.






Der Besuch des 'Jurong Bird Park' gestaltete sich dann schwierig: 3x umsteigen und eine Busfahrt ...
Erst um 16.00 h erreiche ich den Park, berappe stolze 30.- Singapurdollar Eintritt und finde zwar viele Vögel vor, allerdings gerade die großen in viel zu engen Käfigen.
Wunderschöne Hornbills verschiedenster Arten, phillippinische Adler, Papageien etc. Die Gitterstäbe sind so dick, dass fotografieren unmöglich ist. Die frei fliegenden Kleinvögel in den begehbaren Großvolieren haben es da besser getroffen.





Über eine Stunde Zeit kostet der Weg zurück, denn nun steht der Bus noch im Feierabendstau.
Die Dimensionen der westlichen Vorstadt sind uferlos: 'Marzahn' hoch zehn ! 'Buena Vista' heißt eine dieser Hochhauscities - 'Red Hill' - 30-40 Stockwerke hoch ist noch in Bau !
Mitten dazwischen der 'Chinese Garden', in dessen Mitte ein See liegt, der fast Bodenseedimensionen hat.








Heute morgen kam ich dann mal früh raus und fuhr bis 'Harbourfront'. Über den 'Sentosa Bordwalk erreichte ich die vorgelagerte Insel, das 'Disneyland' Singapurs oder auch der 'nature overkill'.
Vorbei an den 'Universal Studios', wo Menschenmassen der Öffnung entgegenfiebern, vorbei an Mme Tussauds, Waterpark und Mega-Lollipopstores erreiche ich den 'Impiah nature trail', einen Fußpfad, der mich zum künstlich aufgeschütteten Strand von Silosa bringt.





In der offenen See reiht sich Tanker an Tanker - entlang der Promenade teilen sich Radler, Segways, Elektro-Minibusse und offene Touristen-Minizüge das Straßenpflaster; laufen ist hier nur begrenzt vorgesehen.
Am Palawan Beach döse ich in einer Hängeliege, bevor ich den heißen Rückmarsch entlang der Straße antrete. In der Mall an der Harbourfront kühle ich mit einem Eiscafé runter und flüchte zur Siesta ins Hostel.




Mittwoch, 3. Juli 2019

Tigerbier und 'Merlion' - sechs Tage in Singapur

Nach 12stündigem Flug und sechs Stunden Zeitsprung nach vorn checkte ich abends im Bearybest Hostel in Singapurs Chinatown ein. Neunbettzimmer - nur mit drei Mädels belegt - Schuhe aus und rauf in den zweiten Stock - Zimmer eng und mit Aircon runtergekühlt - Zahlung cash und im Voraus ... - eine Inderin am Empfangstresen mit typisch indischem English ; ) Willkommen in Singapore !








Nach einem kurzen Bummel durch die erleuchteten Sträßchen Chinatowns und dem ersten Tigerbeer gab es dann erstmal ein Mützchen Schlaf.
Gegen 7.00 h morgens weckt mich brutal die Deckenlampe - ein Neunbettzimmer ist halt ohne Privatsphäre !

Nach einem Kaffee bin ich unterwegs, springe erstmal in den falschen Bus und laufe am 'Goetheinstitut' vorbei zurück; schaue mir noch den wunderschönen buddhistischen Zahntempel an, bevor ich in die MRT steige und drei Stationen bis 'Bayfront' fahre.





Der Ausblick vom 'Marina Sands' Hotel ist fantastisch, das Gebäude selbst gigantisch. Ich trödele und fotografiere und bin erst nach 11.00 h unterwegs durchs Gebäude über die bepflanzte Fußgängerbrücke im 6ten Stock zur Bayseite der Innenstadt, wo mich das 'Science Museum' und die gigantische Shoppingmall erwartet. Alles ist zu Fuß erreichbar ohne auch nur eine Straße queren zu müssen; dennoch sind die Fußwege weit, denn die Dimensionen sind riesig.





Zur Mittagszeit gibt es überfordernde Auswahl in der Foodmall - ein Nudelgericht mit Pilzen und Hühnchen liegt mit 8,80 Singapurdollar im unteren Preislevel.
Anschließend laufe ich zur offenen Hafenseite zu den 'Garden by the Bay'. Leider ist es trüb und diesig: Die Kunstbäume ohne Beleuchtung wirken grau - 'Flower Dome' und 'Cloud Forest' - zwei überdimensionale ovale Hallengebäude sind liebevoll, aber doch recht künstlich gestaltet.
Zwischen exotischen Pflanzen 'wachsen' tatsächlich 'Rafflesia' aus Legosteinen oder auch mal als Fotopoint mit Holzbank davor eine angemalte Riesenplastik-Orchidee.







Die chinesischen Ladies mit Selfiestick haben kichernd ihren Spaß - Schulklassen in einheitlicher Kleidung toben lachend durchs Grün - überall werden Fotos geschossen - vor allem von sich selbst in der richtigen Pose, bitte !
Gegen 17.00 h räume ich erschöpft das Feld und finde mich über die Helionbrücke laufend am berühmten 'Merlion' wieder, dem weißen Singapur-Fabellöwen mit Fischschwanz, der ausdauernd Wasser speit und von Selfiestick-Fotographen umlagert wird.



Hinterm 'Fullerton'-Hotel verabschiedet sich nicht nur mein Foto-Akku ... - mein eigener braucht Flüssigkeit, der andere Strom. In einer Seitenstraße der Flusspromenade kommen wir beide zu unserem Recht: Heineken und Saft aus der Dose ; ).
Frisch gestärkt geht es dann in der Dämmerung zurück nach Chinatown - zu Fuß natürlich, denn nur so erhält frau Orientierung.






Diesen blog zu schreiben hat mich fast drei Stunden gekostet: Wegbrechende Daten und mangelnder 
Übung geschuldet - es muss zukünftig schneller gehen - hoffentlich ; )